Jaa, einen Tag nach der Heimkehr aus Korea ging es für Tommi und mich gleich weiter zum Hônen-Matsuri im Kaff Komaki in der Nähe von Nagoya. Dieses Fruchtbarkeits-Fest (hônen : reiches Jahr) hat vor allem durch seinen riesigen Holzpenis, der von einem Schrein der Stadt zum anderen getragen wird, nicht nur unter Japanern eine gewisse Berühmtheit erlangt.
Unsere Pilgerfahrt zum Penis-Fest traten wir mit einem Nachzug von hier bis nach Nagoya an, in dem wir aber leider nur noch Plätze im Raucherabteil bekamen, was schlafen ziemlich unmöglich machte. Am Morgen um sechs in Nagoya Frühstück und Treffen mit Jana, die sich das Raucherabteil geklemmt und (für viel mehr Geld) den Bus genommen hatte. Anschließend ging es dann zunächst in das neben Komaki gelegene Inuyama, welches bekannt für die dort befindliche älteste Burg Japans ist. Einen Besuch auf der Burg mussten wir aus Zeitgründen leider ausfallen lassen und direkt zur ersten Station unserer kleinen Themenreise fortschreiten: Den Vagina-Schrein. In diesem sozusagen weiblichen Konterpart des Penis-Schreins im Nachbardorf findet man eine Reihe von Steinen, Wurzeln und ähnlichem, die Ähnlichkeit mit den äußeren Geschlechtsorganen der Frau aufweisen sollen.
Danach ging es unverzüglich weiter nach Komaki, wo uns schon am Bahnhof dicke Amis und Japaner mit Profikameras und Halbmeterobjektiven begegneten. Opas am Straßenrand verkauften aus Holz geschnitze Buddhas mit phallusartiger Kopfform. Das eigentliche Festival begann zunächst recht normal, Fressbuden, Gesänge, Penise überall… Doch spätentends als die Leute vom Schrein anfingen kostenlosen Reiswein auszuschenken (an jeden, so viel man wollte und bis zu Ende des Festivals) ging die Party ab. Am abgefülltesten waren mit Abstand die Leute von Schrein, aber auch die Besucher fingen bald an, die Bier und Wein-Reserven von Komakis einzigem Supermarkt zu plündern. Auf dem Parkplatz haben wir uns mit den Einheimischen Opas und ihren Enkeln unterhalten, Bier getrunken und Yakitori gegessen. Gegen drei, als der eigentliche Umzug des Monster-Penises begann, waren dann ausnahmslos alle straff, selbst wir…
Als der Penis dann sein Ziel erreicht hatte, kam es zum abschließenden Höhepunkt des Festes: Mochinage. Aus etwa drei Metern höhe schleudern die Sponsoren des Festes Mochi (in rohem Zustand verdammt harte Reiskuchen) mitten in eine Menge von Menschen, die diese versuchen zu fangen. Da natürlich wie eben erwähnt die Besucher alle leicht einen im Tee hatten, ging das ganz schön ab und einige Verletzte gabs wohl auch. Ich hab jedenfalls einen gefangen und konnte damit angeben.
Etwa um halb war dann Feierabend und wir machten uns wieder auf den Heimweg.
Ich hab natürlich unzählige Bilder gemacht, aber wie ihr ja wisst, wurde mir ja meine Kamera entwendet. Ich lad aber ein paar Bilder von Tommi hoch.
Peace.
Bilder hier: Photobucket
